Teil 1.3: Besondere Spielsituationen

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Versicherung

Sollte die Bang als erste Karte ein As haben, bietet der Dealer den Spielern eine Sidebet an: Wer auf das Angebot eingehen will, muss zusätzlich die Hälfte des ursprünglich getätigten Einsatzes auf das Feld Insurance setzen. Diese Versicherung zahlt im Fall eines Blackjacks der Bank im Verhältnis 2 zu 1. Insgesamt würde der ursprüngliche Einsatz des Spielers damit erhalten bleiben. Hat die Bank keinen Blackjack, ist der Zusatzeinsatz für die Versicherung verloren. Leicht zu merken: Sidebets sind "Sucker Bets", die vor allem dazu dienen, dem Spieler zusätzliches Geld aus der Tasche zu saugen. Der Hausvorteil für die Bank ist bei diesen Zusatzwetten regelmäßig höher als beim strategisch korrekt gespielten eigentlichen Spiel. Daher ganz klar der Tipp: Niemals die Versicherung abschließen! Selbst wenn ihr selber einen Blackjack habt und Angst habt, dass die Bank auch einen haben könnte: Finger weg von der Versicherung. Es lohnt sich langfristig nicht!

 

Splitten

Wenn ihr als erste beide Karten zwei Karten mit dem gleichen Wert bekommt (z. B. zwei Vieren, zwei Achten, aber auch ein Bube und ein König, eine 10 und ein Bube etc.) könnt ihr die Hand entweder regulär weiterspielen oder "splitten". Euer Vorhaben, die Hand zu splitten, signalisiert ihr dem Dealer, indem ihr in gleicher Höhe einen zusätzlichen Einsatz neben eurem ursprünglichen Einsatz platziert und "Split" ansagt. Eure beiden Karten spielt ihr dann als zwei unabhängige Hände weiter, das heißt der Dealer trennt sie voneinander und ihr erhaltet zunächst auf die erste Karte eine zusätzliche Karte und könnt wie gehabt entscheiden, ob ihr hitten wollt oder stehenbleibt. Sobald ihr stehenbleibt, wiederholt sich die Prozedur mit eurer zweiten ursprünglichen Karte und ihr könnt auch hier solange weiterziehen, bis ihr genug habt oder busted. Bei gesplitteten Assen erhaltet ihr nur noch eine zusätzliche Karte und dürft darüberhinaus nicht weiterziehen. Je nach gespielter Regelvariante könnt ihr auch mehrfach splitten, falls ihr noch eine gleiche Karte zieht, also z. B. auf die erste eurer gesplitteten Vieren noch eine 4 erhaltet. Seid ihr nicht der aktive Spieler sondern nur passiver Mitspieler, seid ihr nicht gezwungen bei einem Split des aktiven Spielers mitzuziehen. In diesem Fall spielt ihr nur die erste 4 regulär mit. Ihr könnt allerdings nicht auf einen Split bestehen, wenn der aktive Spieler nicht splitten möchte.

 

Verdoppeln

Bilden eure ersten beiden Karten zusammen einen Wert von 9, 10 oder 11 Punkten könnt ihr euch entscheiden, euren ursprünglichen Einsatz zu verdoppeln, indem ihr wie beim Splitten zusätzliche Chips in entsprechender Höhe neben euren ursprünglichen Einsatz platziert und "Double" oder "Verdoppeln" ansagt. Der Dealer wird euren Zusatzeinsatz dann auf eure bisher gesetzten Chips drauflegen. Wichtig: Das ist der Job des Dealers, ihr dürft die bisher gesetzten Chips nicht berühren und dadurch vorübergehend vor der Überwachungskamera verdecken, also Chips zum Verdoppeln immer nur daneben platzieren. Wenn ihr euren Einsatz verdoppelt habt, erhaltet ihr immer noch genau eine weitere Karte und bleibt dann mit dem resultierenden Punktewert automatisch stehen. Auch nach dem Splitten ist Verdoppeln meistens erlaubt ("Double After Split"). Als passiver Spieler müsst ihr nicht mitziehen, wenn der aktive Spieler verdoppelt.

 

Tippen

Das hat zwar mit dem eigentlichen Spiel nichts zu tun, ist aber auch eine Entscheidungsmöglichkeit, die ihr am Blackjack-Tisch habt: Dem Dealer eingangs, zwischendurch, am Ende oder sonstwann Trinkgeld zu geben. Ob überhaupt und wieviel, ist jedem natürlich selber überlassen. Ich persönlich handhabe es so: Ich tippe, wenn ich mit dem Dealer zufrieden bin – nicht bzgl. der Karten, die er mir gibt, sondern ob er freundlich ist, sich Mühe gibt oder nur die Karten halbherzig auf dem Tisch durch die Gegend knallt und so weiter. Dealer, die aufdringlich um Trinkgeld betteln, kriegen definitiv nichts. Wenn ich insgesamt verliere, gibt es trotzdem Trinkgeld, dann eben etwas weniger. Ihr werdet schnell ein Gefühl dafür entwickeln, wer nen Tip verdient hat und wer nicht. Wenn ihr Trinkgeld geben wollt, legt einen oder mehrere Chips mit dem gewünschten Betrag vor euch auf den Tisch, lächelt den Dealer an und sagt: "Für die Angestellten." Sollte eurer Lieblingsdealer gerade wegrotiert sein, während ihr frische oder nikotinhaltige Luft schnappen wart, auch kein Beinbruch: Das Trinkgeld aller Angestellten wird eh gepoolt.

 

Ausblick

Damit kennt ihr die Grundregeln und Entscheidungsmöglichkeiten, die ihr beim Blackjack in den meisten europäischen Casinos habt. In Teil 2 schauen wir uns existierende Regelvariationen an und lernen die Basisstrategie kennen.

Noch ein ernstes Wort zum Schluss:

Für uns ist Glücksspiel ein Hobby, das wir in vollem Bewusstsein, immer kontrolliert und ausschließlich legal betreiben. Wir wissen, dass wir langfristig verlieren. Wir wollen niemanden zum Spielen verleiten – im Zweifelsfall lasst uns das Spielen machen, erfreut euch an unseren Berichten, aber lasst selber die Finger davon. Spielsucht ist kein Spaß, sondern eine ernste Krankheit. Informationen und Hilfe gibt es HIER.