Teil 2.2: Decks, Mischweise und Peek

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Anzahl an Decks

Mit wievielen Kartendecks a 52 Karten wird gespielt? Je wenige desto besser! Dann steigt nämlich der Vorteil, den man mit Kartenzählen erreichen kann. Am weitesten verbreitet ist die Variante mit 6 Decks.

 

CSM, Shoe oder Hand

Wie und wann wird gemischt? Bei Spielen mit einem oder zwei Decks ("Single Deck" / "Double Deck") wird per Hand gegeben und der Dealer entscheidet über den Mischzeitpunkt (die "Penetration", also wie "tief" die Decks gespielt werden). Bei mehr als zwei Decks werden die Karten aus einem Kartenschlitten ("Shoe") gegeben. Den Mischzeitpunkt bestimmt eine bunte "Cut Card" aus Plastik, die nach dem Mischen, vor Einsetzen der Karten in den Shoe, eingefügt wird. Sobald die Cut Card im Spiel auftaucht wird nach der aktuellen Runde gemischt. Im Normalfall ist dies bei 1-2 noch verbleibenden Decks der Fall, also einer Penetration von ca. 70%. "CSM" steht für Continuous Shuffle Machine und ist der natürliche Feind jedes Kartenzählers: Hier werden die gespielten Karten nach jeder Runde sofort wieder in die kontinuierliche Mischmaschine eingelegt und nicht wie beim Shoe oder Handheld Spiel bis zum nächsten Mischzeitpunkt in einem "Discard Tray", also einer Kartenablagehalterung, gesammelt. Für diejenigen, die keine Ambitionen zum Kartenzählen haben, ist der Einsatz einer CSM statistisch sogar minimal besser (der Wizard of Odds erklärt warum). Allerdings können CSMs theoretisch durch die Einsparung von Mischpausen die Geschwindigkeit des Spiel erhöhen. Für den normalen Spieler bedeutet das absolut einen höheren Verlust, weil mehr Hände pro Stunde gespielt werden, wo der Spieler statistisch immer im Nachteil ist. Was da jetzt wirklich überwiegt, sei dahingestellt: Gerade in Casinos wie z. B. den Westspiel Casinos habe ich es schon erlebt, dass die anderen Spieler wie bekloppt jede Menge Sidebets spielen, die das Spiel insgesamt aufhalten, weil der Dealer immer die Sidebets abrechnen muss. Für mich als Sidebet-Verweigerer okay, weil die Anzahl der Hände pro Stunde gebremst wird (und für das Casino natürlich auch super, weil wie wir schon gelernt haben: Sidebets sind Sucker Bets). Auch wenn ich persönlich nur Basisstrategie spiele und nicht zähle, finde ich CSMs fürchterlich: Sie machen Krach und ich empfinde es als viel entspannter, wenn es regelmäßig eine Unterbrechung im Spiel zum Mischen gibt. Zeit für Getränke, Smalltalk und kurz Ausruhen. Mein Tipp also: CSMs alleine schon aus Protest so gut wie möglich links liegen lassen.

 

Peek oder No Peek

Dies ist der zentrale Unterschied zwischen Blackjack in den USA und Europa, wie wir ihn bereit im ersten Teil des Guides kurz angesprochen hatten: "Peek" heißt, dass der Dealer sich neben einer offenen Karte auch bereits verdeckt seine zweite Karte gibt. Falls die offene Karte ein As ist (oder teilweise auch bei einer Karte mit Wert 10) schaut der Dealer verdeckt nach, ob seine zweite Karte zu einem Blackjack führt (nachdem er die Insurance angeboten hat). Wenn dem so ist, ist die Runde sofort beendet und die Spieler verlieren (bzw. pushen, wenn sie auch einen Blackjack haben). Der große Vorteil dieser Regelvariante ist, dass ihr als Spieler nicht Gefahr lauft, eure Hand zu splitten und/oder zu verdoppeln und dann nachher alles zu verlieren, falls der Dealer einen Blackjack hat. Genau das kann nämlich theoretisch in der europäischen Regelvariante "No Peek" (auch bezeichnet als "ENHC = European No Hole Card) passieren. Hier zieht der Dealer seine zweite Karte erst am Ende, wenn alle Spieler ihre Entscheidungen fertig getroffen haben.

Noch ein ernstes Wort zum Schluss:

Für uns ist Glücksspiel ein Hobby, das wir in vollem Bewusstsein, immer kontrolliert und ausschließlich legal betreiben. Wir wissen, dass wir langfristig verlieren. Wir wollen niemanden zum Spielen verleiten – im Zweifelsfall lasst uns das Spielen machen, erfreut euch an unseren Berichten, aber lasst selber die Finger davon. Spielsucht ist kein Spaß, sondern eine ernste Krankheit. Informationen und Hilfe gibt es HIER.