Teil 2.6: Erwartungswert

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Jetzt habe ich euch schon sooft was von Statistik erzählt und was sich demnach lohnt oder nicht lohnt. Es ist an der Zeit auch Zahlen sprechen zu lassen: Als Nächstes sprechen wir konkret drüber, was euch Blackjack kostet, ob und wie ihr eure Einsätze variieren solltet und wieviel Startkapital ihr überhaupt mit an den Tisch bringen solltet.

 

Hausvorteil

Wir haben ja schon einmal kurz den Begriff Hausvorteil verwendet: Hausvorteil ist der prozentuale Anteil an jedem eurer Einsätze, den die Bank durchschnittlich davon behält. Wenn ihr wie oben empfohlen die Bet Card mit den genannten Regeln erstellt habt, seht ihr, dass am oberen Rand der Hausvorteil angegeben ist. Bei unserem Regelset sind es z. B. O,55 %. Solange ihr fehlerfrei die BS befolgt, verliert ihr also jedes Mal wenn ihr 10€ einsetzt 5,5 Cent. Wenn man das hochrechnet und an einem voll besetzten Blackjack-Tisch davon ausgeht, dass 50 Hände pro Stunde gespielt werden, macht das 50 x 0,55 % x 10€ = 2,75€. Somit kostet euch der Spaß im Casino zu sein, die Atmosphäre zu genießen und euch von einem Dealer Karten geben zu lassen im Durchschnitt 2,75€ pro Stunde.

 

Statistiker-Vokabular

Statistisch spricht man hier vom Erwartungswert bzw. "Expected Value" (EV). Unter den gegebenen Regeln für eine Stunde Blackjack gilt also EV = -2,75€. Bei höheren oder niedrigeren Mindesteinsätzen müsst ihr die Rechnung entsprechend anpassen. Ob euch das eine Stunde Casino-Unterhaltung wert ist, müsst ihr natürlich selber entscheiden. Dass die Bank überhaupt einen Vorteil hat, kommt im übrigens daher, dass ihr als erstes handelt und euch ggf. überkauft und sofort verliert, bevor die Bank irgendetwas tut.

 

Die Realität hat wohl nicht zugehört, oder doch?

Vielleicht habt ihr nach dem ganzen Lesen jetzt erstmal genug gehabt und seit mit der perfekten Basisstrategie im Kopf sofort ins nächste Casino gerannt, habt 3 Stunden Blackjack gespielt und seid jetzt überrascht: Ihr habt z. B. 72€ verloren oder im wünschenswerteren Fall z. B. 54€ gewonnen. Wie kann das sein? Wir haben doch gerade gelernt, wie man Erwartungswerte für eine bestimmte Anzahl von Händen bzw. eine bestimmte Spieldauer berechnet. Das wären hier 3 x 2,75€ = 8,25€ Verlust. Hier ist es entscheidend, sich klar zu machen, dass es in der Realität natürlich zu Schwankungen um den Erwartungswert kommt. Je geringer die Anzahl der zu Grunde liegenden Wiederholungen ist, desto extremer sind die Schwankungen. Man spricht hier auch vom Gesetz der großen Zahlen. Je mehr Hände ihr spielt, desto näher wird sich euer tatsächlich realisiertes Ergebnis auf das statistisch zu erwartende Ergebnis einpendeln. Nach mehreren tausend Händen werdet ihr euch immer näher an einen durchschnittlichen Verlust in Höhe des Hausvorteils bezogen auf eure insgesamt getätigten Einsätze annähern und die Stunde Blackjack wird euch tatsächlich 2,75€ pro Stunde gekostet haben.

Noch ein ernstes Wort zum Schluss:

Für uns ist Glücksspiel ein Hobby, das wir in vollem Bewusstsein, immer kontrolliert und ausschließlich legal betreiben. Wir wissen, dass wir langfristig verlieren. Wir wollen niemanden zum Spielen verleiten – im Zweifelsfall lasst uns das Spielen machen, erfreut euch an unseren Berichten, aber lasst selber die Finger davon. Spielsucht ist kein Spaß, sondern eine ernste Krankheit. Informationen und Hilfe gibt es HIER.